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China: Behörden stecken Internet-Dissidenten in Psychiatrie
Reporter ohne Grenzen übt heftigen Protest

China hält an Zensur fest (Foto: Reporter ohne Grenzen)
Peking (pte/24.08.2007/11:49) - Die chinesischen Behörden sorgen erneut mit ihren Zensurmaßnahmen für Aufregung. Wie Reporter ohne Grenzen (ROG) http://www.rsf.org mitteilte, wurde der Internet-Dissident und Blogger He Weihua in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen, weil er regimekritische Beiträge in Online-Foren veröffentlicht hatte. Die Menschenrechtsorganisation verurteilt das Vorgehen der chinesischen Regierung aufs Schärfste. Es könne nicht akzeptiert werden, dass die Behörden in China derartige Methoden benutzen, um Bürger zum Schweigen zu bringen. Es sei unverständlich, dass die Behörden tatsächlich erwarten, die Öffentlichkeit würde glauben, dass ein psychisch Kranker in der Lage ist, derart detaillierte, enthüllende Berichte zu verfassen, heißt es von Reporter ohne Grenzen.

"Wir sind Anfang August nach Peking gereist und haben an das Olympische Komitee appelliert, auf die chinesische Regierung einzuwirken. Leider ist zu befürchten, dass die Behörden in China mehr und mehr Druck auf Intellektuelle ausüben, um für Ruhe im Land zu sorgen", beschreibt Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich, die besorgniserregende Situation gegenüber pressetext. Die Organisation geht davon aus, dass die Behörden noch immer nicht aufgehört haben, Menschen, die den Machtmissbrauch enthüllen und sich über Zensur hinwegsetzen, zur Bestrafung in psychiatrische Anstalten einzuweisen. "Bei der Vergabe der Olympischen Spiele wurde die Bedingung gestellt, dass China Abstand nimmt von seinen Zensurmaßnahmen und der Verfolgung von Kritikern. Jetzt sieht es leider so aus, als ob genau das Gegenteil geschieht", meint Möhring.

Der eingewiesene He Weihua ist bereits Anfang des Monats festgenommen worden, nachdem er einen Artikel im Internet gepostet hatte, der die gestiegenen Schweinefleischpreise kritisierte und den Zusammenbruch der Kommunistischen Partei aufgrund von Korruption prophezeit hatte. Im Jahr 2004 war er schon einmal in die Psychiatrie gesteckt und 2006 fast von einem Motorrad niedergefahren worden, dessen Lenker ihn dazu anhielt, seine Menschenrechtsaktivitäten aufzugeben. Laut Berichten von Verwandten ist Weihua weit entfernt von einer psychischen Krankheit. Das Problem liege wohl vielmehr darin, dass er eine Reihe von Berichten über Menschenrechte auf der in China verbotenen, regimekritischen Webseite Boxun http://www.boxun.com veröffentlicht hatte. (Ende)



Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Claudia Zettel
email: zettel@pressetext.com
Tel. +43-1-81140-314

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