Euro 2008 als Motor für Sportsponsoring
WKÖ: "Verunsicherung der Unternehmen bei Marketing-Strategien vorbeugen"
Wien
(pte/18.07.2006/06:10) -
Dass die Euro 2008 der österreichischen Wirtschaft Impulse geben wird steht außer Frage, doch in welchem Ausmaß etwa die Werbebranche von dem Sportevent profitieren wird, "sei Kaffesudlesen", so Peter Drössler, Obmann des Fachverbandes Werbung der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) http://www.wkoe.at. Für ihn ist klar, dass vor allem Sportsponsoring von der EM profitieren werde. "Nach unseren Schätzungen beträgt der Anteil an Sportsponsoring an den Gesamtmarketingausgaben 2,9 Prozent im Jahr. Das sind über 80 Mio. Euro", sagt Drössler gegenüber pressetext. Wie das "Werbebarometer" im Mai dieses Monats ergab, entfällt der Großteil der Aufwendungen für Sportsponsoring mit 47 Prozent auf Fußball. "Dann kommt lange nichts und an zweiter Stelle mit zwölf Prozent folgt überraschend Golf", so Drössler.
Im Hinblick auf die enttäuschte Werbebranche in Deutschland hat Drössler keine zu hohen Erwartungen an die Europameisterschaft, vor allem im Austragungsmonat. Dennoch will man aus den Fehlern der Deutschen lernen. Wichtig sei, Klarheit über die Verwendung des Begriffs Fussball-EM bereits im Vorfeld zu schaffen und nicht erst im letzten Moment, wie in Deutschland. Dort haben sich Gerichte damit auseinander setzen müssen, wie die nicht offiziellen Sponsoren die Fußball-WM für ihr Marketing verwenden dürfen. Aus Angst vor Klagen durch die FIFA dürfte so mancher Werbe-Euro weniger investiert worden sein. "Die FIFA wollte maximalen Schutz für die Sponsoren und hat dabei den Bogen wohl überspannt. Mit besserer Kommunikation vorab wäre viel Verunsicherung vermeidbar gewesen. Wir wünschen uns daher von Beginn an klare Regeln, damit sich alle auskennen", betont Drössler. Im Herbst will die WKÖ eine Infoveranstaltung für Unternehmen organisieren, bei der es darum geht, dieser Gefahr vorzubeugen.
Neben dem Sportsponsoring steckt auch die Tourismuswirtschaft große Hoffnungen in die EM. Die WKÖ rechnet mit 600.000 zusätzlichen Touristen, die nicht alle ins Stadion pilgern, sondern auch die Public-Viewing-Plätze nutzen werden. "Das Public-Viewing war bei der WM sehr erfolgreich. Das werden wir uns abschauen", so Peter Klinglmüller, Sprecher des Österreichischen Fussballbundes (ÖFB) http://www.oefb.at, im Gespräch mit pressetext über die öffentlichen Übertragungsflächen. Geplant ist auch ein unbürokratischer Ticketverkauf sowie der Verkauf von bis zu vier Tickets pro Person. "Diese sind dann natürlich auch übertragbar", betont Klinglmüller. In Deutschland musste sich jeder Käufer einzeln registrieren.
Die UEFA hat die Zahl der Sponsoren reduziert. Waren es 2000 noch 22 wird es 2008 nur noch 14 Sponsoren geben. "Die Reduzierung erlaubt es uns den verbleibenden Firmen mehr Präsentationsmöglichkeiten zu bieten, dadurch erhöht sich auch der Marktwert", so Philippe Margraff, Marketingleiter der UEFA. Als nationaler Sponsor für Österreich steht derzeit nur die Telekom Austria fest (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=060705027 ). Der Mobilfunkanbieter Drei http://www.drei.at bemüht sich ebenfalls darum nationaler Sponsor Österreichs zu werden, wie Drei-Sprecherin Maritheres Paul auf Anfrage von pressetext bestätigt. In der Schweiz steht die Bank UBS http://www.ubs.com bereits fest.
(Ende)
|