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P2P-User reiten den Esel
Hollywood treibt BitTorrent-User zu eDoneky
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Hamburg
(pte/29.08.2005/11:57) -
P2P-User sind störrisch wie Esel. Die Belehrungen der Musik- und Filmindustrie - P2P-.Tauschbörsen sind böse - lassen sie kalt. Nimmt Hollywood BitTorrent ins Visier weichen sie einfach auf andere P2P-Systeme aus. So war es als die Musikindustrie aus vollen Rohren auf KaZaA feuerte, so ist es jetzt mit BitTorrent, das im Kreuzfeuer von Film- und TV-Industrie steht. Nun reiten die P2P-User den Esel: eDonkey ist laut einer aktuellen Studie des britischen Unternehmens CacheLogic das meistgenutzte P2P-Netzwerk. Seit kurzem wächst es wieder, weil dank Hollywood auch die BitTorrent-User zu eDonkey wechseln. Die Film- und TV-Branche sieht sich immer mehr einer Situation gegenüber, die der Musikindustrie aus den Zeiten vor iTunes bekannt ist.
"Der Traffic bei BitTorrent sinkt", meint Andrew Parker von CacheLogic http://www.cachelogic.com. Das sei ein Trend rund um den Globus. Nur in Asien ist BitTorrent nach wie vor stark vertreten. Aber die Karawane der P2P-User zieht einfach weiter zur nächsten Tauschbörse. Trotz zahlreicher legaler Online-Musikangebote wie iTunes machen P2P-Netzwerke nach wie vor den Großteil des Traffic der Internet Service Provider aus, laut CacheLogic 50 bis 70 Prozent (61 Prozent davon sind Videodaten). Im Film- und TV-Bereich kann die Industrie nicht einmal legale Angebote aufweisen. Was wenn ein Konsument eine US-amerikanische TV-Serie sehen will, die hier zu Lande nicht oder noch nicht erschienen ist und vielleicht auch nie erscheinen wird? Was wenn er dazu bereit ist, dafür auch in die Geldbörse zu greifen? Da wäre der Import via Amazon, aber nicht alle Serien und Filme sind auf diesem Weg zu bekommen. Der einfachste Weg ist immer noch der, in die Tauschbörsen, wo ich schnell die neuesten Folgen der US-Lieblingsserie finde.
Böse, böse böse, sagt die Film- und TV-Industrie. Sie will sich das boomende DVD-Geschäft nicht ruinieren lassen. In Deutschland hat das eDonkey-Portal "The Realworld" mehr als 900 verschiedene TV-Serien angeboten, illegal versteht sich. Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) hat die Website vergangene Woche mit einem Verweis auf die boomende Vermarktung von TV-Serien geschlossen. Laut Bundesverband für Audiovisuelle Medien machen TV-Serien zwölf Prozent des DVD-Gesamtmarktes aus, 2004 hat sich das Geschäft mit TV-Formaten auf DVD verdoppelt. Raubkopien von TV-Formaten werden also ein wachsendes Problem für die Industrie. Legale Angebote fehlen aber weiterhin.
Joachim Spang, Geschäftsführer von Twentieth Century Fox Home Entertainment in Deutschland, will im Gespräch mit pressetext nicht gelten lassen, dass es keinerlei legale Angebote gibt. Er verweist auf die Kooperation mit T-Online. Auf die Frage, ob er sich einen kommerziellen Film-Downloaddienst wie iTunes bei Musik auch für die Film- und TV-Branche wünscht, verweist Spang auf die Zufriedenheit mit der T-Online-Partnerschaft. Verständlich, das zarten Pflänzchen soll ja nicht schon vor der Blüte zertrampelt werden. Dennoch löst die Situation ein Dejavu an Zeiten vor dem ersten kommerziellen Online-Service für Musik aus. Vor iTunes waren Musiktauschbörsen für die Labels der leibhaftige Satan. Nun sind sie "nur noch" verbrecherische Enfant Terribles, die das Geschäft stören und mit Klagen in Schach gehalten werden. Dem P2P-Traffic hat das zwar nicht geschadet, aber die Musikindustrie kann nun immerhin argumentieren, dass legale Angebote vorhanden sind.
(Ende)
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