Kleinformat setzt sich bei Qualitätszeitungen durch
Weniger Werbeeinnahmen, aber bessere Verkaufszahlen
Dallas
(pte/25.05.2005/09:00) -
Der Trend großformatiger Qualitätszeitungen auf das handliche Kleinformat umzusteigen zieht weltweit immer größere Kreise. Die europäische Ausgabe des renommierten US-Blatts The Wall Street Journal http://www.wsj.co wird bald dem Beispiel ihrer englischen Konkurrenz The Times und The Independent folgen, berichtet Le Figaro. Bis auf wenige Ausnahmen hat sich die Umstellung des Formats insgesamt positiv auf die Verkaufszahlen ausgewirkt. Laut einer Studie der International Newspaper Marketing Association (INMA) http://www.inma.org gibt es jedoch auch Nachteile, die sich in niedrigeren Werbeeinnahmen äußern.
Vor allem US-amerikanische Tageszeitungen, die stark von Werbeeinnahmen abhängig sind, scheuen das Risiko auf ein kleines Format umzusteigen. Die Studie der INMA bestätigt diese Befürchtung, sanken 2003 die Werbetarife der Tageszeitungen, die dem Großformat den Rücken gekehrt haben, doch im Schnitt um 25 Prozent. Dafür konnten die Verkaufszahlen erhöht werden. Vor allem aber hat die Umstellung dazu geführt, dass sich mehr jüngere und weibliche Leser unter dem Leserpublikum finden.
Bis 2006 rechnet die INMA damit, dass in Lateinamerika, Australien und China das Kleinformat vorherrschend sein wird. Außer in Deutschland, wo nur die Welt eine kleinformatige Ausgabe zusätzlich herausgibt, wird dies auch in einem großen Teil Europas der Fall sein. Die Maßnahme zur Formatverkleinerung ist Zeichen des anhaltenden Einbruchs der Verkaufszahlen, gegen den die Printmedien ankämpfen. Drei Viertel der 100 größten Tageszeitungen weltweit sind noch großformatig. Das Großformat hat sich im 18. Jahrhundert in Großbritannien durchgesetzt, nachdem eine Steuer pro Zeitungsseite eingeführt worden ist.
(Ende)
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