Euro-Fluglinien wollen gemeinsamen Schadens-Fonds
Verlängerung des staatlichen Versicherungsschutzes gefordert
Brüssel
(pte/05.03.2002/14:37) -
Die größten europäischen Fluglinien wollen den staatlichen Versicherungsschutz verlängern, der ihnen von den EU-Regierungen nach dem 11. September gewährt worden ist. Nachdem sich die meisten großen Versicherungen geweigert hatten, künftig die Haftung für derartige Fälle zu übernehmen, waren kurzfristig die EU-Regierungen eingesprungen (siehe pte: http://www.pte.at/pte.mc?pte=011016068 ). Sowohl dieser Versicherungsschutz als auch die bis dato gültige Regelung mit den Versicherungen selbst läuft mit Ende des Monats ab. Europas Fluglinien basteln nun an einer neuen Lösung und fordern daher eine dreimonatige Verlängerung der staatlichen Haftungsgarantien. Bis dahin wollen die Airlines einen gemeinsamen Fonds gründen, der künftig die Haftung übernehmen soll.
Die krisengeschüttelte europäische Luftfahrtindustrie kritisiert vor allem die derzeit von Versicherungen verlangte Zusatzgebühr pro Passagier und Flug von rund 3,57 Euro als viel zu hoch. Dies würde jede einzelne Fluglinie mit jährlichen Zusatzkosten von 600 Mio. Euro belasten, hieß es in einer Aussendung der Europäischen Fluglinienvereinigung AEA (Association of European Airlines) http://www.aea.be/3pressrelease/default.htm. Deshalb wollen sie nun einen eigenen Fonds ins Leben rufen. Schäden bis zu einem Wert von 172,9 Mio. Euro sollen wie bisher von herkömmlichen Versicherungen gedeckt werden. Risikosummen von 172,9 Mio. Euro bis zu 1,3 Mrd. Euro sollen aus dem Fonds beglichen werden, alles was darüber hinausgeht könnte unter staatliche Garantien fallen, so der Plan der AEA. Der Fonds soll durch einen Ticketaufpreis von 0,58 Euro finanziert werden. Der Fonds könnte ein weltweites Modell für die Flugindustrie werden.
Bis zu den Ereignissen des 11. September waren in den regulären Flug-Versicherungen Schäden aus Kriegen von Drittparteien und Terrorismus ohne Zusatzgebühren gedeckt. Durch die enormen Kosten, die nach den US-Terroranschlägen entstanden waren, wurde dieser Passus nun ausnahmslos gestrichen. Aus diesem Grund wollen die Mitglieder der AEA nun an die europäischen Verkehrs- und Finanzminister appellieren, die Fondspläne zu unterstützen.
(Ende)
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